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1. Mitteilungsverfahren Kapitalertragssteuer auf Dividenden aus Aktien und Hinterlegungsscheinen (MiKaDiv)

Wir beschäftigen uns seit einiger Zeit mit dem neuen Verfahren und möchten unseren Kunden als Entwicklungspartner bei der Umsetzung einer Lösung zur Datenübermittlung unterstützen. Dank der Gespräche in den verschiedenen Expert Groups konnten wir konkrete Umsetzungsschritte ableiten. Die Entwicklung von Softwarekomponenten für die anforderungskonforme Meldung ist bereits gestartet. Einen Überblick zu MiKaDiv und den geplanten Funktionen finden Sie auf unserer Infoseite.

2. Massenverarbeitende Schnittstelle des BZSt

Alle Banken, die zukünftig Rückforderungsanträge an das BZSt senden möchten, benötigen eine Lösung zur digitalen Einreichung. Die neue Massendatenschnittstelle befindet sich seitens des BZSt bereits in Entwicklung mit einer geplanten Bereitstellung in 2024. Um künftige Nutzer der Schnittstelle möglichst frühzeitig einzubeziehen, hat das BZSt eine User Group ins Leben gerufen, an der wir teilnehmen. Die Beteiligung an dem Expertenaustausch ermöglicht uns direkten Zugang zur ausführenden Behörde.

Mit unserer Schnittstelle STTI haben wir bereits die Basis für die digitale Datenübermittlung an diverse Steuerbehörden geschaffen (wie z. B. für die Märkte Dänemark, Schweiz oder auch Österreich). Die Anforderungen an die Schnittstelle wurden vom BZSt mittlerweile kommuniziert, sodass wir mit der Erweiterung von STTI um das Modul zum BZSt starten können. Die Schnittstelle ist gemäß dem Entwurf zum KAFe Verfahren allerdings äußerst datenhungrig. Viele der benötigten Informationen sind derzeit noch nicht in RAQUEST verfügbar. Daher sind Schnittstellenerweiterungen notwendig, um die effektive Umsetzung zu gewährleisten

 

Herausfordernd wird die rechtzeitige Einführung des Verfahrens, da es seit Mitte diesen Jahres keine Möglichkeit mehr gibt, Erträge aus 2020 per Papierantrag zurückzufordern. Um Verjährungsprobleme bei den 2020er Ansprüchen zu vermeiden, ist es für Banken dringend erforderlich, zeitnah in die Umsetzung zu gehen.

Darüber hinaus enthält der aktuelle Entwurf einige Anforderungen, die potenziell zu einer Benachteiligung von Anlegern im deutschen Investitionsmarkt führen könnten. Wir wollen daher kritisches Feedback an das BZSt geben, um Verbesserungen zu erwirken und eine ausgewogene Lösung zu erreichen. Es bleibt abzuwarten, wie welche Schritte das BZSt unternehmen wird, um die Schnittstelle zu optimieren und den Bedürfnissen der Anleger gerecht zu werden. 

3. EU-Harmonisierungsinitiative FASTER

Die Europäische Kommission plant zum 01. Januar 2027 ein einheitliches System zur Quellensteuerentlastung einzuführen, sofern dieses von allen EU-Ländern einstimmig angenommen wird.

Die Europäische Kommission hat dazu im Juni einen Vorschlag zur Stärkung der Entlastung an der Quelle und der schnellen Erstattungsverfahren veröffentlicht. Für Anleger und Finanzintermediäre soll es künftig einfacher werden, sich von der Doppelbesteuerung zu befreien. Um das Antragsverfahren effizienter zu gestalten, soll eine gemeinsame digitale EU-Steuerwohnsitzbescheinigung für Anleger sowie standardisierte Meldepflichten für Finanzintermediäre eingeführt werden.

Zusätzlich zu dem bestehenden Standard-Erstattungsverfahren sollen zwei Schnellverfahren etabliert werden, um den Entlastungsprozess zu beschleunigen und zu harmonisieren. Die Mitgliedstaaten hätten dann die Wahl zwischen Vorabbefreiung und Quick Refund – oder einer Kombination aus beidem. Dies wäre in der Tat eine enorme Verbesserung.

Sehen wir uns zunächst eine andere wichtige Maßnahme genauer an: die Einführung einer gemeinsamen digitalen Steuerwohnsitzbescheinigung (eTRC) und einem gemeinsamen ReportingMit der Einführung einer einheitlichen digitalen Ansässigkeitsbescheinigung in der EU sollen die Verfahren zur Quellensteuererleichterung beschleunigt und gestrafft werden. So werden Anleger, die ein diverses Portfolio innerhalb der EU halten, nur noch EINE digitale Steueransässigkeitsbescheinigung benötigen, um mehrere Erstattungen innerhalb eines Kalenderjahres zu beantragen. Diese Bescheinigung soll innerhalb eines Arbeitstages nach Einreichung eines Antrags ausgestellt werden und damit die derzeit in den meisten Mitgliedstaaten üblichen papierbasierten Verfahren ablösen.

Warum könnte dies eine Herausforderung darstellen? Erstens haben viele europäische Länder, z. B. Deutschland, bereits ein dezentralisiertes Verfahren für Wohnsitzbescheinigungen eingeführt. Zweitens steht dieser Vorschlag im Widerspruch zum TRACE-IP-Modell der OECD, das bereits in Finnland eingeführt wurde und dem US-QI-System, bei dem Investoren ihren Steuerstatus selbst bescheinigen können.

Diese Diskrepanzen werfen Probleme auf, da entweder ein zentralisiertes digitales System zur Bescheinigung des steuerlichen Wohnsitzes oder die Entwicklung von 27 bilateralen Systemen durch jeden Mitgliedstaat innerhalb von vier Jahren erforderlich wäre. Es ist darauf hinzuweisen, dass Richtlinien einstimmig angenommen werden müssen, um in Kraft zu treten. Wir sind gespannt, wohin die Entwicklung in diesem Bereich geht und werden Sie auf dem Laufenden halten.

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